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MPU-Alkohol

 

Kein Alkohol am Steuer


Bei einer Fahrt (ob mit Auto oder Fahrrad) unter Alkohol wird eine MPU angeordnet:

  • bei einer ersten Trunkenheitsfahrt ab 1,6 Promille Blutalkoholkonzentration.
  • bei wiederholten Alkoholauffälligkeiten im Straßenverkehr (unabhängig von der Blutalkoholkonzentration).
  • bei einer Trunkenheitsfahrt mit einer Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,1 Promille (absolute Fahruntüchtigkeit) kann die Beibringung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens oder die MPU angeordnet werden, wenn im Einzelfall über den Promillewert hinaus weitere Anhaltspunkte hinzutreten, welche die Annahme einer Alkoholproblematik begründen.



https://www.haufe.de/recht/weitere-rechtsgebiete/verkehrsrecht/bverwg-befuerwortet-mpu-auch-bei-trunkenheitsfahrt-unter-16_212_540402.html


Auch wenn sie anderweitig mit überhöhtem Promillewert auffällig werden (körperlicher Zusammenbruch, Schlägerei etc.) kann es zum Entzug der Fahrerlaubnis und der Anordnung einer MPU kommen.

Bei einer ersten Trunkenheitsfahrt mit einer Blutalkoholkonzentration von weniger als 1,1 Promille wird in der Regel keine MPU angeordnet. Es sei denn, Sie sind bereits wiederholt mit Alkohol am Steuer gefahren (auch unter 1,1 Promille).

 

MPU-Alkohol -Einordnung von Fahrten unter Alkoholeinfluss


Anhand Ihrer Straßenverkehrsakte, der Promillewerte und der Untersuchung in der MPU muss geklärt werden ob bei Ihnen eine Alkoholgefährdung vorliegt oder ob man sie als alkoholabhängig sieht. Hiervon hängt ab, ob man davon ausgeht, dass Sie Ihr Trinkverhalten noch dauerhaft verändern können oder ob eine dauerhaft abstinente Lebensführung erwartet werden muss.

Alkoholgefährdung

Die Gutachter müssen bei einem Promillewert von über 1,6 von einer überdurchschnittliche Gewöhnung gegenüber Alkohol ausgehen. Das heißt Sie konnten überdurchschnittliche Mengen Alkohol vertragen oder hatten über einen längeren Zeitraum unkontrolliert Alkohol getrunken.
Auch wenn Sie Alkohol getrunken haben um negative Stimmungen los zu werden oder zu entspannen, spricht man von Alkoholgefährdung.
Liegt zwar eine Alkoholgefährdung aber noch keine Alkoholabhängigkeit vor, geht man davon aus, dass der Betroffene noch in der Lage ist sein Trinkverhalten dauerhaft verändern zu können.


Wie lange muss bei einer Alkoholgefährdung ein kontrollierter Alkoholkonsum bestehen?

  • Es soll bereits zur Gewohnheitsbildung in der Verhaltensänderung gekommen sein – in der Begutachtung wird die Veränderung über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten gefordert.
     
  • Wenn es Ihnen möglich ist, kontrolliert mit Alkohol umzugehen, sollten Sie das inzwischen ausreichend lange erprobt haben.

Kontrolliertes Trinken soll einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol aufzeigen. Hier geht es nicht darum mit Alkohol anhand einer Strichliste zu konsumieren, sondern wesentlich weniger und weniger häufig als in der Vergangenheit. Bei Männern geht man von einer Höchstmenge von 24g (etwa 0,6 L. Bier oder 1/4 L. Wein) und bei Frauen 12g. Bei höheren Mengen würde man die Gefahr sehen, dass die alten Trinkgewohnheiten wieder aktiviert werden. Daher sollten auch die Trinkanlässe nicht zu dicht aufeinander liegen. Zwischen den Trinkanlässen sollten mindestens 4 Wochen liegen.

Bei kontrolliertem Alkoholkonsum ist es wichtig vor der MPU, Leberwerte und/oder den CDT-Wert alle zwei Monate kontrollieren zu lassen. Hierdurch können die Angaben zum mäßigen Alkoholkonsum glaubhaft unterstützt werden. Solche Laborkontrollen können Sie von Ihrem Hausarzt durchführen lassen.

Bei der MPU wegen Alkohol werden die Leberwerte in der MPU immer bestimmt. Wenn Sie also wegen Alkohol eine MPU brauchen, dann lassen Sie Ihre Werte bereits vorher durch den Hausarzt bestimmen und klären Sie ab, ob die Werte im Normbereich liegen. Wenn das nicht so ist, kann Ihr Arzt abklären, woran es liegt. Wenn es nicht am Alkohol liegt, dann ist es wichtig, dass Sie den Befund bei der Begutachtung mitbringen, damit der Grund für erhöhte Leberwerte geklärt ist und entsprechend Alkohol als Ursache ausgeschlossen werden kann.
Es versteht sich von alleine, dass auch wenn noch ein kontrollierter Alkoholkonsum möglich ist, eine strikte Trennung von Alkoholkonsum und Autofahren erwartet wird.

MPU-Alkohol /Alkoholabhängigkeit

Von einer Alkoholabhängigkeit gehen Gutachter aus, wenn durch einen Arzt oder einer suchttherapeutischen Einrichtung die Diagnose Abhängigkeit gestellt wurde oder wenn bekannt ist, dass Sie bereits eine Alkoholentwöhnungstherapie (stationär oder ambulant) absolviert haben. Die Gutachter in der MPU können die Diagnose Abhängigkeit nicht stellen. Ist die Diagnose Alkoholabhängigkeit bei der MPU nicht bekannt, sprechen Gutachter eher von einem „abstinenzbedingenden Missbrauch“ oder einer "fortgeschrittenen Alkoholproblematik". Auch hier geht man von der Notwendigkeit einer dauerhaft abstinenten Lebensführung aus.

Alkoholabhängigkeit bedeutet, dass man dauerhaft nicht mehr in der Lage ist, seinen Alkoholkonsum willentlich zu steuern.



Man unterscheidet zwischen körperlicher und psychischer Abhängigkeit.
Bei der reinen psychischen Abhängigkeit sind die Betroffenen nicht mehr in der Lage, bestimmte Lebenssituationen oder auch das Leben an sich ohne Suchtmittel zu bewältigen.
Bei einer körperlichen Abhängigkeit treten bei fehlendem Konsum körperliche Beschwerden und Entzugserscheinungen auf.



Für die Diagnose Abhängigkeit muss keine körperliche Abhängigkeit mit Entzugserscheinungen vorliegen!

Man versucht die Abhängigkeit durch mehrere Faktoren zu beschreiben. Jede einzelne der unten aufgeführten Warnhinweise ist ein deutliches Alarmsignal.

Auffällige Laborwerte können den Verdacht auf einen erhöhten Konsum lenken, beweisend für die Abhängigkeit sind sie aber nicht.

Genauso wenig sind gute Laborwerte ein Beweis für einen geringen Alkoholkonsum.


 

Für die Diagnose der Alkoholabhängigkeit müssen drei oder mehr der folgenden Kriterien erfüllt sein. Trifft dies zu, liegt in der Regel eine Abhängigkeitserkrankung vor:

Starker Wunsch oder Zwang, psychoaktive Substanzen ein zu nehmen.

 

Verminderte Kontrolle bezüglich Beginn, Beendigung und Menge der Einnahme.

 

Körperlicher Entzug (z.B. Zittern vermehrtes Schwitzen).           

 

Beweis für Toleranz, d.h. Dosissteigerung, um früher mit niedrigen Dosen erreichte Effekte hervorzurufen.

 

Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügungen oder Interessen zugunsten des Substanzkonsums. 

 

Anhaltender Konsum trotz eindeutiger schädlicher Folgen (medizinisch, psychisch oder sozial)

Von einer angemessenen Problembewältigung kann ausgegangen werden, wenn eine nachvollziehbare Abstinenz von Alkohol besteht und die Alkoholabhängigkeit mit ihrer zu Grunde liegenden Problematik (in der Regel mit suchttherapeutischer Unterstützung) aufgearbeitet wurde. Dabei ist es wichtig, dass Sie konsequent auf alkoholhaltige Getränke und Speisen verzichten. Auch sollten Sie Angaben zum Zeitpunkt und den Umständen bzw. den Motiven Ihres Entschlusses zur dauerhaft abstinenten Lebensführung machen können.

MPU-Alkohol /Wie lange muss bei Alkoholabhängigkeit die Abstinenz für eine MPU eingehalten und belegt werden?


Nach Abschluss einer stationären Behandlung ein Jahr.
Nach Abschluss einer ambulanten Behandlung bis zu einem halben Jahr. Die Gesamtdauer der Abstinenz (inklusive der Therapie) muss nennenswert länger als ein Jahr sein.

Auch beim Vorliegen einer Alkoholabhängigkeit wird nicht unbedingt eine ambulante oder stationäre Behandlung vorausgesetzt. Die abstinente Lebensführung muss jedoch länger als ein Jahr "nachgewiesen" werden durch Abstinenzchecks. 

Alkoholabstinenz kann über Ethylglucoronid (EtG) im Urin oder über eine Haaranalyse belegt werden.


Ein Verzicht ist auch erforderlich auf:

Die
Einnahme von alkoholhaltigem Arzneimittel z.B.   
Hustenmittel (fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker)

Den Konsum von so genanntem alkoholfreiem Bier,     
Sekt und Wein

Alle
alkoholhaltigen Lebensmittel

Alle alkoholhaltige Mundhygienemittel

Alkoholhaltige Haarwasser (bei Abstinenznachweis 
über die Haare)

Bei dem Verzicht geht es nicht nur um den Abstinenznachweis sondern auch um eine mögliche Rückfallgefährdung.

Der Abstinenznachweis kann über Urin- oder Haarkontrolle erfolgen. Eine Haaranalyse ist nur für drei Monate mit 3 cm Haarlänge möglich. Die Haare sollten über den gesamten Nachweiszeitraum nicht chemisch behandelt sein (gefärbt etc.).
Anders als beim Urintest können die Termine für die Haartests fest geplant werden. Daher eignet sich die Haaranalyse vor allem für Menschen, die öfter beruflich unterwegs sind oder es aus anderen Gründen nicht einrichten können jederzeit zur Urinkontrolle zu gehen.

Bitte beachten Sie, dass Abstinenzbelege kein "Beweis" für Ihre Fahreignung sind, sondern nur ein Baustein für eine positive MPU.



Abstinenzschecks (Urintests) werden in der Regel viermal in einem halben Jahr oder sechsmal in einem Jahr vorgenommen, um für die MPU einen Abstinenznachweis für Alkohol zu erbringen. Die Betroffenen müssen kurzfristig zu einem Termin erscheinen, um Urin abzugeben.
Bei der Haaranalyse benötigt man 1cm Haar pro Monat. Das Haar darf nicht gefärbt oder getönt sein.

 

Alkohol-MPU