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MPU-Testfragen


Es gibt kein Fragekatalog der von jedem MPU-Gutachter verwendet wird. Daher gibt es auch keine Antworten, die man nur auswendig lernen muss.

Auch wenn es typische MPU-Fragen gibt, die bei einer MPU gestellt werden, sollten Sie mögliche Antworten nicht auswendig lernen, sondern sich ernsthaft mit Ihrem Problem beschäftigen.

Die Fragen in der MPU kann man in vier Bereiche gliedern:

 

 MPU-Testfragen zum Delikt

 

Hier geht es darum zu ermitteln, ob der Betroffene sich mit seiner Trunkenheitsfahrt „selbstkritisch“ auseinandergesetzt hat.


Mögliche Fragen:

Wie kam es zu der Trunkenheitsfahrt?

Was und wieviel haben Sie getrunken?

Fühlten sie sich noch fahrtauglich?

Was wissen sie über die Gefahren von Alkohol am Steuer?
 

Es wird Ihr Wissen über Alkohol und seine Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit abgefragt. Daran ist für den Gutachter zu erkennen, ob sich jemand mit der Thematik auseinandergesetzt hat oder nicht.


MPU Testfragen -Wie wirkt Alkohol auf den Menschen?


Es wird Ihr Wissen über Alkohol und seine Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit abgefragt. Daran ist für den Gutachter zu erkennen, ob sich jemand mit der Thematik auseinandergesetzt hat oder nicht.

Ab 0,2 Promille:

Leicht verminderte Sehleistung

Verlängerte Reaktionszeiten

Nachlassende Aufmerksamkeit, Konzentrations-,
Kritik-und Urteilskraft 

Verschlechterte Wahrnehmungsfähigkeit für

bewegliche Lichtquellen

Ab 0,5 Promille:

Verminderte Sehleistung um etwa 15 Prozent

Verlangsamte Hell-Dunkel-Anpassung der Augen

Herabgesetztes Hörvermögen

Beginnende Enthemmung

Ansteigende Reizbarkeit

Fehleinschätzung von Geschwindigkeiten

Ab 0,7 Promille:

Auftretende Gleichgewichtsstörungen

Nachlassende Sehfähigkeit

Längerdauernde Reaktionszeiten

Ab 0,8 Promille:

Verminderte Sehfähigkeit um etwa 25 Prozent

Ausgeprägte Konzentrationsschwächen

Verlängerte Reaktionszeiten um 35 bis 50 Prozent

Einsetzende Euphorie

Zunehmende Enthemmung

Selbstüberschätzung

Einsetzende Verengung des Blickfeldes;
sogenannter Tunnelblick

Stark beeinträchtigte Wahrnehmung von Gegenständen

Die Kontrolle über bewusste Augenbewegungen geht
verloren

Ab 1,1 Promille:


Verlust der Fahrtüchtigkeit

Ab 1,3 Promille:


Weitere Verschlechterung des räumlichen
Sehens und von Hell-Dunkel

Massive Einbußen der Aufmerksamkeits- und
Konzentrationsfähigkeit

Maßlose Selbstüberschätzung durch Verlust der
Kritikfähigkeit

Erheblich gestörtes Reaktionsvermögen

Starke Gleichgewichtsstörungen

Sprachstörungen

Verwirrtheit

Orientierungsstörungen

Ab 2,4 Promille:


Ausgeprägte Gleichgewichts- und
Koordinierungsstörungen

Einsetzende Gedächtnislücken (Blackouts)

Kaum noch Reaktionsvermögen


Wieviel Alkohol baut sich in der Stunde ab?

Pro Stunde rechnet man mit 0.1 bis 0.15 Promille.


 

MPU-Testfragen

Wie berechnet man den Promillewert?

Die Blutalkoholkonzentration (BAK) wird in Gramm Reinalkohol pro Kilogramm Blut als "Promille" (‰) angegeben. Eine BAK von 1‰ bedeutet, dass 1 Kilogramm Blut 1 Gramm reinen Alkohol enthält.

Wie hoch die Blutalkoholkonzentration, also der Promillewert im Blut ist, lässt sich mit der sogenannten Widmark-Formel berechnen. Zu berücksichtigen ist, dass der Anteil Körperflüssigkeit am Körpergewicht bei Männern (ca. 68%) und Frauen (ca. 55%) unterschiedlich hoch ist. 

Als "Anteil Körperflüssigkeit" setzen Sie in die Widmark-Formel ein: Frauen: 0,55   , Männer: 0,68

Um die Formel anwenden zu können, müssen Sie entweder wissen, wie viel reiner Alkohol in einem Standardglas enthalten ist – in der Regel ca. 10 bis 12 Gramm – oder Sie müssen die getrunkene Alkoholmenge berechnen.
Rechenbeispiele :

1 Glas Bier (300 ml, 5 Vol.-%):
300 ml x (5/100) x 0,8 = 12 g Alkohol
 
1 Glas Wein (125 ml, 12 Vol.-%):
125 ml x (12/100) x 0,8 = 12 g Alkohol
 
1 Glas Sekt (100 ml, 12 Vol.-%):
100 ml x (12/100) x 0,8 = 9,6 g Alkohol

1 Glas Schnaps (40 ml, 38 Vol.-%):
40 ml x (38/100) x 0,8 = 12,2 g Alkohol

Unter hilfreiche Links finden Sie einen Promillerechner, der Ihnen helfen kann, zu berechnen, wieviel Sie getrunken haben um den gemessenen Promillewert zu erreichen.


Was bedeutet Restalkohol?

Nach reichlichem Alkoholgenuss am Abend ist am nächsten Morgen unter Um­ständen noch eine Alkoholmenge im Kör­per, die zur Beeinträchtigung der Leis­tungsfähigkeit führt. Restalkohol ist eine häufige Ursache von Unfällen auf dem Ar­beitsweg und am Arbeitsplatz. Wer sich beispielsweise bis 2 Uhr nachts 1,0 Pro­mille angetrunken hat, muss bei der angenomme­nen Abbaugeschwindigkeit von 0,15 Promille pro Stunde mit ungefähr 7 Stunden rechnen, bis er wieder alkoholfrei ist. Bei Fahrtantritt um 6 Uhr morgens liegt in diesem Fall die Blutalkoholkonzentration immer noch bei etwa 0,4 Promille. Erst gegen etwa 8.30 Uhr ist der Alkohol völlig abge­baut.

Polizeikontrolle

MPU-Testfragen

Was bedeutet Fahrtüchtigkeit?



Relative Fahruntüchtigkeit

Beim Fahren unter Alkoholeinfluss wird eine Unterscheidung getroffen zwischen relativer und absoluter Fahruntüchtigkeit. Eine relative alkoholbedingte Fahruntüchtigkeit besteht, wenn unterhalb der Grenze von 1,1 Promille, also auch schon bei 0,3 Promille, bestimmte weitere Beweisanzeichen für Fahruntüchtigkeit vorliegen, wie z.B. leichtsinnige Fahrweise, Fahren in Schlangenlinien, Fahrfehler oder in einen Unfall verwickelt sein.



Absolute Fahruntüchtigkeit

Ab einer Blutalkoholkonzentration (BAK) von 1,1 Promille nimmt der Gesetzgeber an, dass niemand mehr in der Lage ist, ein Auto sicher zu führen, weil die Leistungsfähigkeit so stark herabgesetzt ist, dass keiner mehr den Anforderungen des Verkehrs gerecht wird. Daher wird eine absolute Fahruntüchtigkeit bei 1,1 Promille angenommen, auch wenn keine Ausfallerscheinungen sichtbar werden. Wer in diesem Zustand ein Kraftfahrzeug führt, handelt grundsätzlich grob fahrlässig. Es wird im jedem Fall ein Strafverfahren eingeleitet (StGB § 315c „Gefährdung des Straßenverkehrs“).

 

MPU-Testfragen zum früheren Trinkverhalten

Die Fragen zum früheren Trinkverhalten dienen dazu zu prüfen, ob der Betroffene sich mit seinem regelmäßigen und überhöhten Alkoholkonsum auseinandergesetzt hat. Hier versucht der Gutachter auch zu ermitteln, ob eine Alkoholgefährdung oder bereits ein Alkoholmissbrauch vorliegt, der eine dauerhafte abstinente Lebensführung erforderlich macht.

Wenn Sie behaupten, es wäre „das erste Mal“ gewesen das Sie so viel getrunken haben, wird Ihnen dies kein Gutachter glauben.


Mögliche Fragen könnten sein:

Wie war ihr Trinkverhalten in der Zeit vor dem Delikt?

Wieviel, zu welchen Anlässen, wie oft haben Sie Alkohol getrunken?

Gab es Probleme durch Ihren Alkoholkonsum?

Wie schätzen Sie persönlich Ihr früheres Trinkverhalten ein?

Gab es Zeiten in denen sie keinen Alkohol konsumiert haben?

Haben Sie versucht, Ihren Alkoholkonsum (Menge, Zeit) zu kontrollieren, sind aber gescheitert?

Haben Sie körperliche oder psychische Entzugssymptome gehabt?

Hat sich die Menge mit der Zeit gesteigert?

Haben Sie sich von Menschen, Hobbys und Zielen abgewandt, die Ihnen früher wichtig waren, um zu trinken?

Am Ende geht es darum, das Bild von der Veränderung aufzuzeigen. Für viele ist der Verlust der Fahrerlaubnis ein Warnzeichen, das sie dringend nötig hatten. Geben Sie ruhig zu, dass Veränderung schwer ist. Aber zählen Sie auch die Fortschritte auf, ebenso Ihre weiteren Ziele.

Je ehrlicher Sie damit umgehen, dass Sie einen Fehler gemacht haben und versuchen, daraus zu lernen , desto besser sind Ihre Chancen, den Führerschein nicht nur wiederzubekommen – sondern auch zu behalten.
Es wird erwartet, dass Sie den Führerscheinverlust als Chance sehen um über Ihren Umgang mit Alkohol nachzudenken und um etwas in Ihrem Leben zu verändern.


Mögliche Testfragen zu Alkohol am Steuer:

Fragen bei der MPU

Wie ist die Promillehöchstgrenze in Deutschland um ein Fahrzeug führen zu dürfen?

Wie viel 0,5-l-Flaschen Bier würde das für einen erwachsenen Mann mit einem Körpergewicht von 80kg bedeuten?

Welche Fähigkeiten werden durch den Konsum von Alkohol eingeschränkt, die für das Führen von Fahrzeugen von Bedeutung sind?

Wie viel Promille pro Stunde wird in Relation zum Körpergewicht abgebaut?

Kann eine Tasse Kaffee den Prozess des Alkoholabbaus beschleunigen?

Wie viele Flaschen Bier dürften Sie trinken, um noch ein Kraftfahrzeug steuern zu dürfen?

Was versteht man unter Toleranzsteigerung?

Eine Person die regelmäßig hohe Alkoholmengen konsumiert nimmt oft nicht mehr wahr wieviel Alkohol sie schon getrunken hat. Die Person glaubt trotz überhöhtem Alkoholkonsum noch fahrtauglich zu sein. Toleranzsteigerung meint auch, dass eine Person immer mehr "vertragen" kann, ohne dass man es ihr ansieht bzw. ohne Ausfallerscheinungen.

Polizei stoppt Lkw-Fahrer mit 7,27 Promille

Dass er überhaupt noch fahren konnte, ist ein Wunder: Sagenhafte 7,27 Promille Alkohol hatte ein Lkw-Fahrer in Litauen im Blut, als er von der Polizei gestoppt wurde. Dem Mann droht eine saftige Strafe.


https://www.spiegel.de/auto/aktuell/alkoholmissbrauch-polizei-stoppt-lkw-fahrer-mit-7-27-promille-a-417714.html

 

Mögliche Testfragen bei Drogen:


Wann haben Sie das erste Mal Drogen konsumiert?

Wie lange haben Sie was in welcher Menge konsumiert?

Was und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?

Wie oft waren Sie bereits mit Drogen im Straßenverkehr unterwegs?

Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?

Haben Sie schon einmal versucht den Drogenkonsum zu beenden?

Wieso haben Sie sich zur Abstinenz entschieden, wie haben Sie dies bisher erlebt?

Wie wollen Sie es verhindern, nochmals unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?

Welche Rückfallgefahren sehen Sie für sich?

 

3. Fragen zu den Veränderungen

 

Die MPU Stelle erwartet, das der Führerscheinentzug für Sie Konsequenzen hat. Auf das Suchtmittel Alkohol bezogen wird ein verändertes Trinkverhalten bzw. abstinente Lebensführung erwartet.
Bei Drogen wird in der Regel abstinente Lebensführung erwartet. Darüber hinaus wird erwartet, das Sie auch Ihre Einstellungen und Verhaltensweisen geändert haben um eine Rückfälligkeit zu Ihrem alten Trinkverhalten bzw. Drogenkonsum zu vermeiden.
Haben Sie zum Beispiel Alkohol oder Drogen aus Langeweile konsumiert, so wird erwartet, dass Sie zwischenzeitlich eine neue Freizeitgestaltung entwickelt haben. Dienten Alkohol/Drogen zum Umgang mit Stress und Ärger, so sollten Sie zwischenzeitlich andere Möglichkeiten gefunden haben damit umzugehen.

Die notwendigen Veränderungen sind nicht nur auf das Trinkverhalten oder den Drogenkonsum bezogen, sondern auf veränderte Einstellungen und Verhaltensweisen.

 

Mögliche Fragen:

Die Fragen zum veränderten Umgang mit Alkohol bzw. zur abstinenten Lebensführung hängen natürlich davon ab, ob jemand noch glaubt kontrolliert mit Alkohol umgehen zu können oder ob jemand abstinent lebt.

Wie haben sie Ihren Umgang mit Alkohol verändert?

Warum?

Gab es Probleme bei der Umstellung?

Welche Veränderungen, veränderte 
Verhaltensweisen gab es in Zusammenhang mit der Veränderung des Trinkverhaltens (veränderte Einstellungen, Verhaltensweisen, Freizeitverhalten, Sozialverhalten etc.).

Wie verhalten sie sich heute in Situationen, in 
denen Sie früher  Alkohol getrunken haben?


Was bedeutet Punktnüchternheit?

Diese wird erwartet bei Personen die noch kontrolliert mit Alkohol umgehen können. Hier geht es darum, dass Sie in speziellen Situationen bewusst auf Alkohol verzichten. Zum Beispiel in der Schwangerschaft, auf der Arbeit oder natürlich auch, wenn Sie noch zeitnah Autofahren wollen.
 

4.   Testfragen zu zukünftigen Rückfallgefahren

Der Gutachter muss prüfen wie stabil die

Veränderungen sind und ob der Betroffene sich

möglichen Rückfallgefahren bewusst ist.


Mögliche Fragen:

Wie stellen sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?

Was könnte zu einem Rückfall in alte Gewohnheiten

führen?

 

Mögliche Fragen bei Drogen:

Wann haben Sie das erste Mal Drogen konsumiert?

Wie lange haben Sie was in welcher Menge konsumiert?

Was und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?

Wie oft waren Sie bereits mit Drogen im Straßenverkehr unterwegs?

Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?

Haben Sie schon einmal versucht den Drogenkonsum  zu beenden?

Wieso haben Sie sich zur Abstinenz entschieden 

Wie haben Sie das bisher erlebt?

Wie wollen Sie es verhindern, nochmals unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?

Welche Rückfallgefahren sehen Sie für sich?


Wann verjährt eine Fahrt unter Alkohol oder Drogen?

Es dauert insgesamt 15 Jahre bis eine Fahrt unter Alkohol oder Drogen in der Führerscheinakte gelöscht wird


Wie hoch sind die Kosten einer MPU?

Wie viel Geld die Wiedererlangung des Führerscheins kostet, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Neben den Kosten für einen evtl. Anwalt, Bußgeld für das Straßenverkehrsvergehen und für die Wiederbeantragung beim Straßenverkehrsamt, fallen Kosten an für die Vorbereitung auf die MPU, für die MPU selbst und für evtl. Abstinenzschecks.

Die Betroffenen müssen durchschnittlich mit reinen MPU Kosten von ca. 450 Euro rechnen. Hinzu kommen noch die Kosten der MPU-Vorbereitung, welche zwischen 150 und 2000 Euro kosten können, je nach Art der Beratung/Vorbereitung und deren Intensität.

Wer für die MPU ein Abstinenznachweis benötigt, für den wird es noch teurer. Da zusätzlich im Vorfeld der MPU Kosten für Blut- und Urintests (4x im halben Jahr und 6x im Jahr) und Haaranalysen anfallen können.

Je nach Institut kostet eine Urinanalyse zwischen 25 und 115 Euro. Da Sie einen solchen Vorgang mehrfach durchführen müssen, liegen die Kosten bei mindestens:

100 bis 460 Euro bei einer sechsmonatigen Abstinenz

150 bis 690 Euro bei einer Abstinenz über ein Jahr

Bezieht sich der Abstinenznachweis auf Drogenkonsum, sind die Preise deutlich höher.

Achten Sie darauf, dass nachdem der Abstinenznachweis erbracht wurde (über sechs oder zwölf Monate), Sie binnen zwei Monaten die MPU absolvieren, sonst wird der Nachweis ungültig

So kann die MPU am Ende Kosten von ca. 1800 Euro und mehr verursachen.

Alle Fragen bei der MPU dienen dazu, zu prüfen, ob Sie aus Ihren Fehlern gelernt  und Ihr Verhalten geändert haben.

 

MPU-Prüfung Hilfreiche Videos zur MÜPU-Vorbereitung