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Alkohol-MPU
Vom Genuss zur Gewöhnung bis zum Führerscheinentzug

Alkohol ist kein notwendiges Nahrungsmittel.  Als Genussmittel gehört es jedoch bei zahlreichen gesellschaftlichen Anlässen wie selbstverständlich dazu. Stellen Sie sich doch einmal eine Geburtstagsparty, eine Karnevalsfeier oder ein Volksfest ohne Alkohol vor! Genauso selbstverständlich gehört der Alkoholkonsum bei Anlässen wie Geburt, Hochzeit, Beerdigung oder Jubiläumsfeiern dazu. Die Werbung suggeriert Ihnen darüber hinaus durch Werbesprüche wie „Heute ein König.“ oder „Darauf einen…“ noch andere Anlässe und Gründe, in den es scheinbar selbstverständlich ist, Alkohol zu trinken. Zudem gehört es wohl zu den „Volksweisheiten“, dass, „man auf einem Bein nicht stehen kann“, „wer Sorgen hat, hat auch…“ „ein richtiger Mann was vertragen muss“. So wird auch der übermäßige Alkoholkonsum zur Normalität erklärt.

Die Grenzen zwischen unschädlichem und schädlichem Konsum, zwischen Genuss und riskantem Konsum sowie zwischen riskantem Konsum und Abhängigkeit sind fließend. Der arglose Umgang mit Alkohol kann daher irgendwann schleichend zur Gewöhnung und zur Alkoholabhängigkeit führen.


Der gesunde bzw. unkritische
Umgang mit Alkohol-Alkohol-MPU

 

Gesunder Umgang mit Alkohol


Beim Genuss von Alkohol geht es mehr um den Geschmack als um die Wirkung.
Der hohe Stellenwert von Alkohol in der Gesellschaft beruht jedoch nach meiner Einschätzung weniger auf seinem Geschmack. Beim Konsum von Alkohol werden unter anderem im Körper sogenannte „Glückshormone“, Endorphine, Dopamin und Serotonin freigesetzt. Diese bewirken eine rasche Stimmungsaufhellung, Stress wird gedämpft, Ängste lösen sich. Diese Wirkungen treten auch beim Genuss von Alkohol ein.
Genusstrinker trinken Alkohol nicht bis zur Bewusstlosigkeit bzw. bis zum Vollrausch.

Gelegentlich bei Festlichkeiten auch mal „einen über den Durst“ zu trinken, wird in der Gesellschaft oft als „normal“ angesehen, selbst wenn hierdurch unter anderem die Unfallgefahr und die Aggressionsbereitschaft steigen. Was in der Gesellschaft noch als normaler Umgang mit Alkohol angesehen wird, hängt auch damit zusammen, in welchem Land bzw. Bundesland man lebt. So hatte ich vor Jahren einen Mann aus Bayern in der Beratung, der versuchte mir klar zu machen, dass Bier in Bayern ein „Grundnahrungsmittel“ sei. Er konnte sich nicht vorstellen, wie es möglich sein soll, hierauf auch nur einige Tage zu verzichten.

Genusstrinker trinken nicht täglich Alkohol. Kontrollierter bzw. gesunder Umgang mit Alkohol bedeutet, dauerhaft so mit Alkohol umgehen zu können, dass dies nicht immer wieder zu körperlichen, psychischen oder sozialen Schwierigkeiten führt. Hierzu gehört auch, nicht täglich, nicht zu „unpassenden Gelegenheiten“ oder bei ungeeigneten Anlässen Alkohol zu konsumieren. Alkoholkonsum vor und während der Arbeit, vor einer Autofahrt, während der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten, vor wichtigen Terminen, vor und während sportlicher Aktivitäten, muss als kritischer Umgang mit Alkohol angesehen werden. Ungeeignete Anlässe für den Konsum von Alkohol sind zum Beispiel der Alkoholkonsum bei Ärger und Stress, bei Schmerzen, Schlafstörungen, Ängsten und Depressionen.

Genusstrinker trinken Alkohol nicht als Durstlöscher. Hierzu eignen sich alkoholhaltige Getränke eher schlecht, da sie dem Körper Wasser entziehen, das zur Verarbeitung des Alkohols benötigt wird. Die besten Durstlöscher sind Mineralwasser oder Saftschorlen (ein Drittel Saft und zwei Drittel Mineralwasser).

Immer dann, wenn Sie Alkohol einsetzen, um hierdurch eine bestimmte Wirkung zu erzielen, wie abzuschalten, zu vergessen oder negative Gefühle auszuhalten, laufen Sie Gefahr, immer mehr auch psychisch von Alkohol abhängig zu werden.
Nähere Informationen über den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol finden Sie in der Broschüre „Alles klar?“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Hier können Sie einen „Selbst-Test“ finden, um Ihren Umgang mit Alkohol kritisch zu prüfen.

Genusstrinker und Personen mit geringen und seltenen Alkoholkonsum spüren eher, wenn sie einmal zu viel Alkohol trinken. Sie sind bei überhöhtem Alkoholkonsum nicht mehr in der Lage unfallfrei Auto zu fahren.


Der kritische Umgang mit Alkohol-Alkohol-MPU

Kein Alkohol am Steuer
Wer regelmäßig Alkohol in hohen Mengen trinkt, ist suchtgefährdet.
Lediglich für die körperliche Verträglichkeit von Alkohol gibt es Grenzwerte. Bei Frauen liegt dieser Grenzwert bei 10-12 Gramm (dies entspricht etwa einem Glas Bier mit 0,2 Liter) und bei Männern bei 20-24 Gramm Alkohol täglich. Dies entspricht etwa zwei Glas Bier (0,5 Liter) oder einem Glas Wein (DHS, Jahrbuch Sucht 2007). Dass der Grenzwert bei Frauen niedriger ist, liegt daran, dass Alkohol vom weiblichen Organismus schlechter verarbeitet werden kann als vom männlichen Organismus.

Liegt Ihre gewohnheitsmäßige, tägliche Trinkmenge höher, betreiben Sie einen kritischen, riskanten bzw. schädlichen Alkoholkonsum. Das Risiko für eine Vielzahl gesundheitlicher Schäden durch Alkohol und die Gefahr der physischen und psychischen Gewöhnung an Alkohol ist dann bei Ihnen deutlich erhöht.
Die schwersten alkoholbedingten Krankheiten, die durch den gewohnheitsmäßigen, überhöhten Alkoholkonsum entstehen, sind Erkrankungen der Leber, der Bauchspeicheldrüse und des Herzens sowie die Schädigungen des Nervensystems. Die Schädigung des Nervensystems durch Alkohol kann sich z. B. äußern durch Kribbeln und Taubheitsgefühl in den Beinen.
Manch einer trinkt sich regelrecht um den Verstand. Dies fängt mit gelegentlichen Aussetzern bzw. Gedächtnislücken und Konzentrationsschwierigkeiten an und kann zu dauerhaften Gedächtnisstörungen und Hirnschäden führen. Überhöhter Alkoholkonsum führt nicht nur zu Rauschzuständen, sondern im Entzug auch zum Delirium tremens. Dies ist ein Wahnzustand, der durch optische Täuschungen (zum Beispiel weiße Mäuse sehen) und akustische Halluzinationen (zum Beispiel Stimmen hören) gekennzeichnet ist. Das Delirium tremens kann ohne eine medizinische Behandlung zum Tode führen. Dies sind nur die häufigsten körperlichen Folgen des regelmäßigen und überhöhten Alkoholkonsums. Alkohol schädigt den gesamten Körper. Nach dem Rauchen und dem Bluthochdruck ist der Alkoholkonsum der drittgrößte Risikofaktor für gesundheitliche Schäden.

Der übermäßige Alkoholkonsum führt zudem zur erhöhten Unfallgefahr, erhöhter Risikobereitschaft und zu Gewalttaten unter Alkoholeinfluss. Allein in 2005 starben in Deutschland 603 Personen infolge so genannter „Alkoholunfälle“, dies sind Verkehrsunfälle, bei denen zumindest einer der beteiligten Personen unter Alkoholeinfluss stand (DHS, Jahrbuch Sucht 2007).
Die Gewalttaten unter Alkoholeinfluss reichen von Prügeleien unter Betrunkenen, Gewalt gegenüber dem Partner und den Kindern, bis hin zur Tötung eines anderen Menschen.

Auch ein gesundheitlich bzw. körperlich unbedenklicher Alkoholkonsum kann eine Gefährdung darstellen. Wer täglich Alkohol konsumiert, sei es auch nur in geringen Mengen, läuft Gefahr, sich psychisch immer mehr an Alkohol zu gewöhnen. Alkohol gehört dann schnell zu Ihrem alltäglichen Wohlbefinden, wie selbstverständlich dazu. Ihr Alltag wird immer mehr vom Rhythmus des Alkoholkonsums bestimmt.
Mit dem täglichen Konsum von Alkohol steigt mit der Zeit auch die körperliche Verträglichkeit, es kommt zur sogenannten Toleranzsteigerung. Dies bedeutet, dass sich jemand, der regelmäßig Alkohol trinkt, immer mehr an den Alkohol gewöhnt und mit der Zeit immer mehr „vertragen kann“. Daher finden sich Personen, die mit über 1,6 Promille Auto fahren, subjektiv noch fahrtüchtig. Die hohen Zahlen der Verkehrsunfälle und der Verkehrstoten, die auf Fahren unter Alkoholeinfluss zurückgeführt werden müssen, belegen das Gegenteil.

Der Betreffende braucht mit der Zeit immer mehr Alkohol, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Hierdurch kommt es oft zur Steigerung der Trinkmenge. Alkohol ist dann nicht länger Genussmittel, sondern wird zum Suchtmittel, von dem der Betroffene immer mehr körperlich und psychisch abhängig ist.

Marionette Alkohol
Die Gefahr alkoholabhängig zu werden beginnt da, wo Sie Alkohol nicht als Genussmittel, sondern insbesondere wegen seiner Wirkung konsumieren. Betroffene in der Beratung und der Therapie geben meist folgende Gründe für ihren regelmäßigen und übermäßigen Alkoholkonsum an: „Alkohol erleichterte mir den Kontakt mit anderen Menschen, machte mich gesprächiger, half mir vom Alltagstrott abschalten zu können, erleichterte mir Belastungen, Stress, Leere und Einsamkeit besser ertragen zu können“. Diese Hintergründe für den gewohnheitenmäßigen und überhöhten Alkoholkonsum zu klären und aufzuarbeiten ist eine der wichtigsten Inhalte einer MPU-Vorbereitung.

MPU-Drogen